[Open4Free-public] idee gegen die vorratsdatenspeicherung
Peter Kuhm
peter at null.priv.at
Di Nov 6 03:13:57 CET 2007
On Tue, 06 Nov 2007 01:10:14 +0100 Julian Golderer wrote:
> die vorratsdatenspeicherung speichert bekanntlich ja jede einzelne
> verbindung.
sorry, das ist ein Irrglaube.
fuer Oesterreich wurde die "Anwendung betreffend Internetzugang, Internet-
Telefonie und Internet-E-Mail bis 15. März 2009 zurückgestellt".
Der Ministerialentwurf zur Aenderung des TKG 2003
http://www.parlinkom.gv.at/portal/page?_pageid=908,4662640&SUCHE=J&_dad=portal&_schema=PORTAL
behandelt bislang nur herkoemmliche und Mobiltelfonie. Die konkreten
Internet Umsetzungsplaene stehen noch in den Sternen.
Die EU-Richtlinie 2006/24/EG und ihre Vorgaben sind jedoch hier nachzulesen:
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:32006L0024:DE:HTML
Auf http://www.vibe.at/ findest Du unter Demoaufruf auch einen URL zum PDF.
Vereinfacht sind die zu speichernden Daten "wer hat sich wann mit
welcher IP 'eingewaehlt', die Mail-Logs und die VoIP Verbindungsdaten"
Eine Verbindung zu einem GMail Server in den USA wird von der EU-Vorrats-
datenspeicherung zB gar nicht erfasst (dafuer weiss es Google und die US-
amerikanischen Dienste)
> würde man ein script schreiben, welches ununterbrochen
> verbindungen zu allen möglichen ip/port-kombinationen aufbauen versucht,
> könnte man die datenmenge drastisch in die höhe treiben.
die Vorstellung dass man die Datenmenge so gross machen kann, dass es
unmoeglich wird da 'durchzu-grep-en' ist unrealistisch. Ausserdem will
man das Internet und die Mailsever ja nutzen und sich nicht nur dauernd
'ein- und auswaehlen'. Allenfalls wird man die Speicherkosten fuer die
ISPs steigern, die diese dann natuerlich auf den Kunden umwaelzen
werden.
> rein theoretisch: meint ihr, dass sich mit genügend mitstreitern die
> datenmenge derart in die höhe treiben ließe, dass die
> vorratsdatenspeicherung unmöglich wird? wie seht ihr die sinnhaftigkeit
> davon? werden eigentlich nur erfolgreiche verbindungsversuche geloggt?
> wieviel verbindungen pro person pro sekunde wären dazu erforderlich?
Solange Provider den Kunden als Router offene Accesspoints liefern
gibt es noch genuegend "anonyme" Zugaenge. Bei der quintessenz haben
wir ausserdem das Projekt http://www.qspot.at/ am laufen. Wir sind bei
der RTR wohl offiziell als Provider registriert, da wir den Zugang aber
fuer jedermann kostenlos zur Verfuegung stellen brauchen wir auch keine
Daten zu speichern - und die Soekris-Boxen sind sowieso nicht dafuer
ausgelegt Logs zu speichern.
Ciao,
Peter